Geschichte

Grevesmühlen wurde im Jahr 1230 zum ersten Mal als Ort und 1262 als Stadt mit lübischem Recht erwähnt. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit bestand das Archiv der Stadt Grevesmühlen lediglich aus der Stadtlade, in der die wichtigsten Dokumente der Stadt verwahrt wurden. Hierin befanden sich zum Beispiel die Pergamenturkunden über die Privilegien der Stadt oder die zwei silbernen Siegelstempel, mit denen die Stadt ihre Dokumente beglaubigte. Die Stadtlade wurde vom Bürgermeister verwahrt.

Nach einigen Reformen in der Stadtverfassung im 19. Jahrhundert lag die Archivarbeit bis 1945 im Aufgabenbereich des Stadtsekretärs. Aus den 1930er Jahren stammt eine Stadtchronik, in der aus zahlreichen mittelaterlichen Dokumenten zitiert wird.

Den zweiten Weltkrieg überstand das Archiv mit geringen Verlusten. In der Folgezeit gingen jedoch wertvolle Archivalien, wie zum Beispiel einige mittelalterliche Urkunden und zwei silberne Siegelstempel verloren. Reste des historischen Stadtbestands wurden im Jahr 1979 wegen sehr schlechter Lagerungsbedingungen auf Anordnung der vorgesetzten Archivbehörde in das damalige Staatsarchiv Schwerin (heute Landeshauptarchiv Schwerin) als Depotbestand ausgelagert. Seit 2008 sind diese Archivalien wieder in Grevesmühlen und können im Archiv in der Rosa-Luxemburg-Straße 1a benutzt werden.

Die Überlieferung des Amtes Grevesmühlen-Land wird seit der Gründung der Verwaltungsgemenschaft im Jahr 2004 mit im Stadtarchiv Grevesmühlen verwahrt. Die Akten der elf Gemeinden mit den dazugehörigen Ortsteilen sind bereits zum Teil erschlossen.